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| Weinanbau in Schenklengsfeld |
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| Hat Schenklengsfeld bald eine eigene Weinkönigin ? |
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Aktuelles zu Weinberg in Schenklengsfeld
In sonniger Südlage unter dem Historischen Friedhof befindet sich Schenklengsfelds ehemaliger Weinberg. Wie in Fulda oder Rotenburg bereits umgesetzt, besteht die Idee, auch hier im alten Ortskern von Schenklengsfeld wieder einen Weingarten entstehen zu lassen. Nach einem Reblausbefall wurde der malerisch gelegene Weinberg im späten Mittelalter aufgegeben. Die Reblaus ist weg und es scheint auch wieder wärmer zu werden. Deswegen werden Menschen gesucht, die gemeinsam ein Konzept zur Kultivierung von Wein auf einem Teil des Weinberges erarbeiten und mit Spaß ans Pflanzen und Pflegen der Weinstöcke gehen. So Bacchus es will, sollen die reifen Trauben geerntet und gekeltert werden. Der Wein soll uns dann schmecken. An der Idee interessierte Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen melden sich bitte bei Helmut Schott unter Tel. (06629) 6664.
Historisches zum Weinberg in Schenklengsfeld
In Schenklengsfeld ist früher schon Wein angebaut worden. Der Weinberg erinnert noch heute an diese Zeit, aus der Konrad Schüler berichtet hat: "In früheren Jahrhunderten hat man in Schenklengsfeld auch Wein gepflanzt, welches durch die Ortsbezeichnung "am Weinberg" bestätigt wird. Dieser, an der Nordseite der Röng sich hinziehende Abhang, hat sich, da er zu den Sonnenstrahlen sehr günstig liegt, als Weinberg gut geeignet.
Doch, wie in ganz Niederhessen, muß wohl das Erdreich für die Reben ungünstig gewesen sein, denn die äußere Grenze von Süden her, wo heute noch Wein gepflanzt wird, dürfte die Gegend von Gelnhausen sein, alle nördlicher gelegenen Weinberge in Hessen sind nach und nach eingegangen. Auch soll die Rebe sich nicht geeignet und dadurch der Weinbau sich nicht gelohnt haben. Der Weinbau ist übrigens von den Mönchen in Deutschland eingeführt worden: bei jedem Kloster befand sich auch ein Weinberg. Die ältesten Nachrichten über Weinbau in den Gegenden Niederhessens stammen aus dem Jahre 768. In dieser Zeit besaß das Werratal den blühendsten Weinbau. Bekanntlich wurde im Jahre 786 von Kaiser Karl dem Großen der jungen Abtei Hersfeld die Niederlassung Dorndorf, welche Weinberge besaß, zum Geschenk gemacht. Im Werratal, bei Witzenhausen, hat sich der Weinbau am längsten erhalten; man fand dort - wohl nur aus Ehrfurcht - noch in den 90er Jahren der vorvorigen Jahrhunderts einen Witzenhäuser Johannesberg auf der Weinkarte.
Wie bedeutend der Weinbau früher in Hessen gewesen ist, geht daraus hervor, dass, wie Piderit schreibt, in Hersfeld im Jahre 1604 191 Fuder, 1605 sogar 196 Fuder (das Fuder ist 1.000 Liter) Wein verzapft wurden. Im Jahre 1670 wurden jedoch nur 10 bis 11 Fuder verzapft.
Der Wein vertrat damals noch die Stelle des später zum notwendigen Übel gewordenen Branntweins. Wein wurde auch damals an Stelle von städtischen Gebühren, ferner für Zeugenvernehmungen, für Mühlsteineinsetzen, für Ausstellung von Lohnbriefen, Abschiedsbriefen und Pfandbriefen geliefert.
Der Branntwein wurde schon im 10. Jahrhundert von arabischen Ärzten aus Wein bereitet, jedoch bis zum Jahre 1495 fast nur als Arzneimittel in den Apotheken mit der Bezeichnung "Lebenswasser" gehalten. Von dieser Zeit an wurde das Getränk bekannter und besonders am Rhein schon aus Weinhefen hergestellt. Landgraf Wilhelm verbot, ihn in Schankhäusern und vor den Kirchen feilzuhalten. In Hersfeld war Ende des 15. Jahrhunderts das Bierbrauen auch schon ein recht einträgliches Gewerbe.
Wie lange in Schenklengsfeld Weinbau betrieben worden ist, kann nicht festgestellt werden, doch unter einem Hause am Rain befindet sich ein gewölbter Keller, der nach mündlicher Überlieferung dem einstigen Besitzer dieses Hauses als Weinkeller gedient hat. Im 16. Jahrhundert ist jedoch noch Wein in Schenklengsfeld gezogen worden, denn Landgraf Philipp hat dem Flecken Schenklengsfeld das Recht zu dem Bier-, Wein- und Branntwein-Ausschank verliehen.
Wenn nun auch keine saftigen Trauben mehr an den Abhängen des Weinberges zu pflücken sind und die Weinlese in das Reich der Vergangenheit versunken ist, so befindet sich doch jetzt eine Anzahl Obstbäume an dem Berge, die immerhin einen kleinen Ersatz bieten und auch oft einen recht guten Ertrag liefern. An dem Fuße des Weinberges liegt ein ebenfalls mit Obstbäumen bepflanzter großer Rasenplatz, der Vöhmahtt (Viehmarkt) genannt wird; es sind demnach die Viehmärkte früher hier abgehalten worden.
Unter dem Weinberg befindet sich auch der bereits erwähnte Felsenkeller, der zu dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Brauhause angelegt wurde. Letzteres, welches bekanntlich zum früheren Gemeindehaus gehörte, wurde, nachdem dieses in der Mitte der 80er Jahre des vorvorigen Jahrhunderts seinen Besitzer wechselte, auf Abbruch verkauft."
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