... liegt zwischen dem Schwärzelsberg und dem Soisberg und wurde
am 6. November 1371 als "Werichshusen" erstmals erwähnt,
war 1966 Bundessieger im Wettbewerb:
"Unser Dorf soll schöner werden"
Weitere Namen waren: 1494 "Weringshusen"
und 1585 (mit 29 Haushalten) "Wershausen"
Ebenso wie Oberlengsfeld lag Wehrshausen während des
30-jährigen Krieges wüst. 1673 gab es bereits wieder 11 und 1747 sogar schon 19 Haushalte. 1826 wurden in Wehrshausen (mit Hof Kahlhausen)
17 Häuser und 78 Einwohner gezählt. Auch von einer Heimerskirche
wurde berichtet. Die Zahl der Einwohner stieg 1895 auf 175 und bis
1939 auf 186 an.
Wehrshausen hat heute etwa 280 Einwohner
Dolles Dorf - Wehrshausen
Bilder von den Aufnahmen am Vortag für die Sendung in der Hessenschau am 19.03.2011
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"Wir sind Landessieger !"
... berichtete die Hersfelder Zeitung in ihrer Ausgabe vom 16. August 1966
Freude über den Sieg im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" in der Gemeinde Wehrshausen. Alle machten mit und trugen zum Erfolg bei. Über 1100 freiwillige Arbeitsstunden. Wird die Abschlußfeier in der Siegergemeinde sein ?
Wie ein Lauffeuer ging es gestern durch die rund 300 Einwohner zählende Zonengrenzgemeinde Wehrshausen im Kreis Hersfeld: "Wir sind Landessieger geworden !"
Sie wollten es zunächst nicht glauben. Als die "HZ" kurz nach neun Uhr im Bürgermeisteramt anrief, glaubte die Frau Bürgermeister nicht richtig verstanden zu haben. "Tatsächlich, Frau Scheer, Wehrshausen ist Landessieger !" Bürgermeister Scheer erfuhr die Nachricht auf dem Felde, wo er mit Erntearbeiten beschäftigt war. Auch er zweifelte noch: "Landessieger gibt es mehrere", meinte er, vielleicht den dritten oder vierten Platz !"
Dann traf das Telegramm ein und behob alle Zweifel. Schwarz auf weiß stand es dort von der Hand des Posthalters in Wehrshausen geschrieben: "Wiesbaden 8:45 Uhr ! Die Gemeinde Wehrshausen hat im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden !" den 1. Platz errungen. Ich beglückwünsche Sie, die Bürger und insbesondere die Jugend Ihrer Gemeinde zu diesem Erfolg. In Vertretung Tröscher, Staatssekretär."
Nun hatten sie es also schwarz auf weiß, bestätigt durch die Unterschrift des Staatssekretärs im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Forsten, dass sie im zweiten Jahr ihrer Teilnahme am Wettbewerb so wie ein Jahr vorher die Zonengrenzgemeinde Herfa Landessieger in der Gruppe B, das heißt unter den Dörfern, die sich zum wiederholten Male beteiligten, Sieger geworden waren. Gefolgt von Muschenheim im Bezirk Gießen und Braach im Kreis Rotenburg, das sich nun schon zum vierten Male in den Wettbewerb eingeschaltet hatte.
Sieger in der Gruppa A, das sind die Gemeinden, die zum ersten Male dabei waren, wurde die Gemeinde Hambach im Taunus vor Kressenbach im Bezirk Schlüchtern und Offenbach im Dillkreis.
Wehrshausen stand Kopf In den folgenden Stunden stand Wehrshausen buchstäblich "kopf". Allenthalben wurde die Erntearbeit für kurze Zeit unterbrochen, damit das Ergebnis gebührend besprochen werden konnte. In den Ortsstraßen, die auch an diesem Tage vor Sauberkeit "strahlten", rief man es sich gegenseitig zu: " Wir sind Landessieger !"
Jedermann nahm Anteil, denn alle hatten sie Anteil am Erfolg. Wenn diese Feststellung für irgendeine der teilnehmenden Gemeinden voll und ganz zutrifft, dann sicherlich für Wehrshausen.
Willkürlich haben wir die Menschen in den Straßen und auf den Feldern gefragt, wie die Meldung aus Wiesbaden angekommen sei. Bürgermeister Scheer, der gemeinsam mit Lehrer Fuhrmann die Hauptlast der Vorarbeiten getragen hat und der, wie er meinte, zu Hause manchmal seine nächste Umgebung erheblich ob seines Eifers erzürnt hätte, trafen wir in der Scheune eines Verwandten, wo er eine Fuhre Getreide ablud. Mit Strohhalmen übersät, kam er heruntergestiegen. Er strahlte über das ganze Gesicht - wie könnte es an einem solchen Tage auch anders sein - und meinte: "Das hätten wir geschafft."
Man sieht Bürgermeister Scheer die Freude an
Alle machten mit Mit dem 1. Platz hätten sie nicht gerechnet meinte Scheer. "Wir hatten an einen guten Mittelplatz unter den sieben teilnehmenden Gemeinden geglaubt. So ist es aber wesentlich besser. Wir freuen uns mächtig über diesen Erfolg, durch den die sehr intensiven Bemühungen der gesamten Bevölkerung belohnt werden. Denn alle haben bei uns freiwillig mitgemacht. Manche zunächst etwas zögernd, schließlich fanden sich alle mit Begeisterung zusammen.
Es gab keine Außenseiter. Weit über tausen Stunden leisteten sie freiwilligen Arbeitseinsatz. Und nicht nur das !
Sie spendeten Farbe, um Zäune zu streichen, sie schenkten der Gemeinde Bänke und Papierkörbe, setzten Wege instand, tünchten ihre eigenen Häuser und erneuerten den Anstrich des Fachwerks. Sie pflanzten Blumen und Hecken. 500 DM hatten wir im Etat für den Wettbewerb bereitgestellt, das Zehnfache wurde durch die Einwohner aufgebracht".
Das war eine stolze Bilanz, sozusagen ein Ehrenblatt in der Geschichte der Gemeinde Wehrshausen, das uns Bürgermeister Scheer vorhielt, während er sich auf seine Heugabel stützte.
Horst Scheer, der Sohn des Bürgermeisters, der mit seinem Schwiegervater Hans Herwig mit dem Mähdrescher auf dem Felde war, ist hauptberuflich Bergmann auf Hattorf. Diesmal half er bei der Ernte mit. "Wir saßen gerade beim Frühstück, als die Nachricht kam. Wir sind beinahe vor Freude vom Stuhl gefallen. Opa, das ist der Bürgermeister, wollte es zunächst nicht glauben. Aber das telegramm beseitigte jeden Zweifel:"
Horst Scheer und Schwiegervater Hans Herwig
"Wir sind stolz auf den Erfolg" Karl Bock und seine Frau Anna saßen auf dem Schlepper und fuhren eine Ladung Stroh nach Hause: Bock ist 2. Beigeordneter im Gemeinderat. Er hat 130 Morgen unter dem Pflug und ist der "größte Bauer" im Dorf. "Gerechnet hatten wir mit dem 3. oder 4. Platz, zumal in der Zeitung auch den übrigen Gemeinden große Chancen eingeräumt worden waren.
Ob wir uns freuen ? Komische Frage ! Natürlich sind wir alle stolz auf den Erfolg !" Wie eine Traube hingen sie um die "HZ", auf deren erster Seite das bedeutsame Ereignis mitgeteilt wurde. An diesem tage ging die Arbeit noch einmal so gut vonstatten. Am Freitag dieser Woche wird darüber entschieden, ob die Abschlußfeier des Wettbewerbs, in deren Mittelpunkt die Überreichung der Preise an die Siegergemeinden stehen soll, in Wehrshausen stattfinden wird.
Wir wünschen es dem Dorf an der Zonengrenze, denn damit würde die in Jahren geleistete intensive Verschönerungsarbeit in besonderer Weise anerkannt.
Wehrshäuser Frauen und Kinder freuen sich über den Sieg