Wie es einmal begann:
Wegen des immer dringender gewordenen Neubaues der Volksschule hatten sich am 29. Mai 1952 Assessor Freis als Vertreter des Regierungspräsidenten, Regierungsbaurat Dörfel, Baurat von Steinsdorff und Regierungsoberinspektor Heppke bei Bürgermeister Lorré eingefunden, um die Schulverhältnisse zu prüfen. Sie waren sich darin einig, dass ein Naubau unumgänglich sei und bezifferten die Kosten auf etwa 240.000 DM, von denen die Gemeinde 40.000 DM aufzubringen habe. Von Landrat Frank Hoernigk wurde Anfang Juli 1952 Bürgermeister Lorré zum Vorsteher des Schulverbandes ernannt. Die zwölf Mitglieder dieses Verbandes setzten sich zusammen sieben Vertretern aus Schenklengsfeld, je zwei aus Oberlengsfeld und Konrode und einem aus Lampertsfeld; dazu kommen noch ein lehrer und eine Lehrerin sowie ein Geistlicher beider Konfessionen.Ende Juli wurde ein Architektenwettbewerb für den Schulneubau ausgeschrieben. Dabei wurde auch der Etat des Schulverbandes mit 28.650 DM festgestellt. Schulleiter Neureuther gab bekannt, dass seit der Freigabe der Schule durch die Amerikaner immer noch rund 600 Bände der Schulbücherei und das Mikroskop fehlen.
Am Archtektenwettbewerb nahmen vier Architekten mit fünf Etnwürfen teil. Angenommen wurde in einer Sitzung des Schulvorstandes, an der auch Landrat Hoernigk, Schulrat Meyer, Kreisbaumeister Schäfer und Regierungsbaurat von Steinsdorff teilnahmen, ein Entwurf des Architekten Hansludwig Neis aus Bad Hersfeld mit vier gegen eine Stimme.Durch den Neubau soll der seitherige Schichtunterricht der 350 Schüler wegfallen.
Der frühere Bürgermeister Heinrich Weimar hatte bereits 1950 den Garten der ehemaligen Amtsrichterdienstwohnung als Schulgrundstück erwerben können. Der Schulneubau, der allen Anforderungen gerecht wird, enthält nach dem Entwurf acht Klassenräume, Lehrer- und Lehrmittelzimmer, Werkraum, Lehrküche, Brausebadeinrichtung, Abortanlage, Heizungsanlage, Hausmeisterwohnung und Turnhalle. Die Kosten stellten sich jedoch wesentlich höher als vorgesehen, nämlich auf 700.000 DM, von denen 75 Prozent Staat, Land und Kreis übernehmen sollen und die Gemeinden Schenklengsfeld 16, Oberlengsfeld 5, Konrode 3 und Lampertsfeld 1 Prozent. Um der dringendsten Not abzuhelfen, wurde beschlossen, die Ausführung in mehreren Abschnitten erfolgen zu lassen. Zunächst wurde auf vier Klassenräume, Werkraum und Turnhalle verzichtet.Anfang September 1952 wirbelte eine vorgesehene Besetzung der Rektorenstelle viel Staub auf. Der Elternbeirat wandte sich in einer scharfen Resolutiongegen den Rektor von außerhalb und verlangte, den bewährten Pädagogen Neureuther, der seit 40 Jahren im Schuldienst stehe, davon allein 30 Jahre in Schenklengsfeld, in diese Stelle einzuweisen, zumal dieser schon seit Jahren den Posten verwalte. Zwei Bürgermeister und ein weiteres Schulvorstandsmitglied wurden als Delegierte gewählt, die in Wiesbaden erreichen sollten, dass Schenklengsfeld den Rektor erhält, den es sich wünscht. Ende Juni 1953 war die Entscheidung gefallen: Lehrer Neureuther erhielt die Ernennungsurkunde als Rektor.
Inzwischen wurde von den Herbstferien 1952 ab die Schulspeisung eingestellt, weil die Ernährungslage dies zuließ.In einer Schulverbandssitzung, an der auch Bürgermeister Rechtenbach aus Wehrshausen mit fünf Gemeindevertretern teilnahm, ging es im März 1953 um die sechs Schüler von den Höfen Thalhausen und Rimmerode, die in Schenklengsfeld eingeschult wurden. Es wurde keine Einigung über die Höhe des Gastschulgeldes erzielt.Am 9. Mai 1953 erfolgte der erste Spatenstich für den Schulneubau durch Landrat Hoernigk. Im folgenden Jahr wurde am 7. November der erste Bauabschnitt eingeweiht. Zahlreiche Ehrengäste, darunter auch Schulrat Lux und Bundestagsabgeordneter Max Becker, waren erschienen. Regierungsdirektor Trost übermittelte die Glückwünsche des hessischen Kultusministers und des Regierungspräsidenten. 238.000 DM hatte dieser erste Bauabschnitt gekostet.
Ende Juni 1956 wurde Lehrer Eugen Bohle zum Hauptlehrer ernannt. Damit war wieder einem Wunsche der Bevölkerung in bezug auf die Besetzung der Lehrstellen nachgekommen worden.
Quelle: Peter Roßkopf "Das Landecker Amt im Kreis Hersfeld" |