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Ortsjubiläum 675 Jahre Oberlengsfeld im Jahre 1989.
Die Festveranstaltung zur 675-Jahrfeier von Oberlengsfeld fand am Sonntag, dem 3. September 1989 statt.
Oberlengsfeld wurde zuerst am 15. September 1314 in einer Urkunde der Reichsabtei Hersfeld für Hermann von Borscha und seine Gemahlin Elisabeth genannt, und zwar als „superia lengisfeld“ im Unterschied zu „inferior lengisfeld“ (Niederlengsfeld), dem heutigen Schenklengsfeld. Die beiden hier unterschiedenen Orte dürften allerdings schon Jahrhunderte älter sein, denn bereits im „Brevarium Lulli“ dem Güterverzeichnis des Hersfelder Klosters aus dem 8. Jahrhundert, wird „lengesfelt“ genannt. Seit 1127 sind Adelige von Lengsfeld bezeugt, und 1234 wird ein „Gerhardus von Landecken“ bekannt und somit ein erster Hinweis auf Burg und Schloss Landeck gegeben.
Der ab 1314 als Oberlengsfeld bezeichnete Ort liegt nicht nur oberhalb vom damaligen Niederlengsfeld, sondern auch in unmittelbarer Nähe des Landecker Berges und der Burg Landeck, in der die Vögte des Grundherrn für das 1317 erstmals erwähnte Amt Landeck saßen. Nochmals 1402 erschien der Ort als „Lengisfeld unter Landecke“, wird danach aber stets als Oberlengsfeld ausgewiesen.
Im Bauernkrieg von 1525 verbündeten sich die Bauern aus dem Gericht Schenklengsfeld mit denen aus dem Werratal um gegen ihre geistlichen Grundherren der Abtei Hersfeld vorzugehen. Hierbei ist auch die Burg Landeck zerstört worden. Von 1571 bis 1628 zählte Oberlengsfeld durchweg 24 Hausgesessene (Haushalte), doch 1639 wurde der Ort als wüst verzeichnet. Die Heerscharen des Kroatengenerals Isolani hatten 1637 im nahen Mansbach Quartier bezogen und die umliegenden Dörfer heimgesucht. Nur langsam konnten sich die Dörfer des Amtes Landeck von den Folgen des 30jährigen Krieges erholen. Erst 1747 meldete Oberlengsfeld wieder 24 Familien. 1826 lebten hier 124 Einwohner in 22 Häusern mit den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden. In dieser Zeit sind viele ansehnliche Fachwerkhäuser entstanden, wie die Inschriften in den Sockelsteinen beweisen. Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Einwohnerzahl auf fast 229 verdoppelt. Vor allem in der östlichen Randlage in Richtung des Landecker Berges entstanden zahlreiche neue Wohnhäuser. 1939 hatte der Ort 388 Einwohner, 50 Jahre später sind es bereits 461.
In einer 1706 gezeichneten Karte der Dorfflur wird eine Kirchhofsgasse vermerkt, so dass anzunehmen ist, dass in den früheren Jahrhunderten eine Kirche mit einem Friedhof existierte. Die 1968 abgerissene Heimerskirche wurde schon 1826 genannt, und zwar als „ein leeres Gebäude, auf welchem eine kleine Glocke befindlich, womit des Abends und Morgens geläutet wird“. Das Haus ist wohl selten für kirchliche Zwecke genutzt worden, hat aber vor und nach dem 2 Weltkrieg als Wohnung gedient. In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg erfolgte die Bebauung der Oberlengsfelder Gemarkung an der Straße nach Schenklengsfeld, so dass hier die beiden Ortschaften völlig ineinander übergehen.

Östlich von Oberlengsfeld, in der Talmulde zwischen dem Landecker Berg und dem Kreuzberg, befindet sich die zu Oberlengsfeld gehörende Feldmark Ehrental. Hier stand ein ehemals zum Schloss Landeck gehörendes Burggut, das nach wechselhaftem Besitz Anfang dieses Jahrhunderts aufgeteilt und an die Bauern von Oberlengsfeld verkauft wurde. So wie sich viele Sagen und Legenden um den Landecker Berg und die Burgruine Landeck ranken, so werden auch den einstigen Herren vom Ehrental geheimnisvolle Machenschaften zugeschrieben. Als zu Beginn dieses Jahrhunderts die Quellen im Ehrental für die Wasserleitungen nach Oberlengsfeld und Schenklengsfeld gefasst wurden, da schrieb der Heimatdichter Georg Höfer folgende Zeilen:
Einst wohnten die Ritter im Ehrental,
die Stätten verfallen, sind leer und kahl
jetzt in der Tiefe, da steigt und fällt
das Wasser der Leitung von Schenklengsfeld.
Oberlengsfeld hat heute etwa 520 Einwohner und schließt
sich, wie Konrode, direkt an Schenklengsfeld an.
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