Landecker Jungfrau
Am Landecker Berg wanderte eine weiße Jungfrau. Einst kam ein Mann hinauf, den sie bat, er möge am nächsten Tage zwischen 11 und 12 Uhr mittags wiederkommen, dann würde eine Schlange ihn dreimal küssen. Wenn er dies ohneZucken ruhig aushielte, so wäre sie erlöst, und er und sie würden sehr glücklich werden. Er solle aber auch die Blume mitbringen, die er vorhin gepflückt habe und noch am Hut trage.
Der Mann fasste sich ein Herz und kam am andern Tage zu der bestimmten Zeit. Und siehe, eine Schlange krochheran, die hatte einen goldenen Ring am Schwanze. Sie ringelte sich an ihm hinauf und küsste ihn. Zwei Küsse hielt der Mann herzhaft aus, aber beim dritten Kuss zuckte er schaudernd zusammen. Da glitt die Schlange an ihm hinab und stand wieder als weiße Jungfrau vor ihm. "Nun bin ich nicht erlöst von meinem Banne!" rief sie jammernd. Dann winkte sie dem Manne und schritt ihm voran durch eine Tür in den Berg. Zögernd folgte er ihr.
Im Berge lagen ganze Haufen kostbarer Schätze, aber ein schwarzer, grimmiger Hund bewachte sie. Die Jungfrau wies mit der Hand auf das funkelnde Gold und Silber und sagte: "Das wäre alles dein geworden, wenn du mich erlöst hättest!"
Da sprang der Hund auf und fuhr den Mann mit wütigem Bellen an. Aufs heftigste erschrocken, ließ dieser seinen Hut fallen und floh eilig zurück. "Vergiss das Beste nicht!" hörte er noch die Jungfrau rufen. Da schlug die Tür mit gewaltigem Krachen hinter ihm zu und ihm die ferse wund.
Der Mann ist später noch mehrmals auf den Berg hinaufgegangen, hat aber nie den Eingang wiederfinden können.
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Das gritzgraue Hänschen
Manche armen Seelen machen es zu arg. Sie treiben allerlei Allotria, lärmen des Nachts im Hause, dass niemand schlafen kann, und selbst am Tage ist man vor ihnen nicht sicher. Solch arme Seelen sind auch die gritzgrauen Hänschen, die es vielerorts in unserer Heimat gegeben hat.
Das gritzgraue Hänschen von Schenklengsfeld war gegenüber anderen ein harmloser Geselle. Morgens um 5:30 Uhr kam er aus dem Bähnerhölzchen, ging über ein Stück Rübenland und verschwand in einem Weizenfeld. Erst wenn der Weizen abgeerntet war, blieb es fort. Ein Schenklengsfelder Kind erzählte einmal von seiner Mutter, der das Hänschen begegnet war. Es hatte einen Gehrock an. Aber - es war harmlos und tat niemandem etwas zuleide.
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Die Glocken von Hilmes
Die Glocken von Hilmes läuten "Susanne Marie". Das ist so gekommen:
Als sie gegossen werden sollten, kaqm ein stolzes Fräulein von der Burg auf dem Landecker Berg herab und ging in die Glockengießer-Werkstatt. Es trug Silber und Gold im Gern (Schoß) und warf alles in die Glockenspeise. Dann ging es zur Burg zurück.
Als die Glocken fertig waren, läuteten sie: "Susanne-Marie, Susanne-Marie!" denn so hieß das schöne Mädchen und so läuten sie heute noch.
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