Das Sühnekreuz von Konrode

   


 


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Das Kreuz in der Ufermauer

Quelle:

Riebeling, Heinrich - Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen, 1977, S.113,

 

 



Das Sühnekreuz von Konrode von vorn und hinten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unmittelbar am 1985 erbauten Dofheim von Konrode steht ein 102 cm hohes und 62 cm breites Sühnekreuz aus Sandstein, auf dessen Vorderseite deutlich die Umrisse einer Tuchmacherschere zu erkennen sind.

Auf der Rückseite ist über die ganze Länge ein Spieß eingehauen.

Der ursprüngliche Standort des Steinkreuzes war etwa 120 m östlich im Hof der ehemaligen Schmiede Ley am Ringbach. Als die Gemeinde Konrode 1962 den Ringbach in der Ortslage überbaute, wurde aus unerklärlichen Gründen das Steinkreuz in die Ufermauer am Hofe Ley unterhalb der neuen Brücke eingemauert. 1983 konnte es hier geborgen werden, und drei Jahre später, 1986, fand es einen würdigen Platz neben dem Dorfheim.

Steinkreuze dieser Art wurden noch bis ins 16. Jahrhundert als Sühnezeichen aufgestellt. Hier hat jemand - vermutlich im Streit oder Zorn - einen Tuchscherer mit einem Spieß umgebracht. Das Aufstellen des Steinkreuzes ist als Teil der Sühne zu begreifen, die dem Totschläger auferlegt wurde.

Noch im ausgehenden Mittelalter waren die Strafen für z.B. Diebstahl oder Münzfälschung viel härter als für ein Totschlagsdelikt, um das sich die Gerichte damals nicht so sehr kümmerten. Der Täter konnte sich durch ein privates Abkommen oder einen Sühnevertrag mit der Familie des Erschlagenen vor deren Blutrache schützen. Allerdings verlangte die Kirche ein Sühnezeichen, hier das steinerne Kreuz, das dem Toten zu seinem Seelenheil verhelfen sollte.

Autor: Karl Honikel

 

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