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Aktuelle Bilder vom jüdischen Friedhof
in Schenklengsfeld
Links:
Grabstein eines Cohen (Nachkomme der Tempelpriester) - hier Manus Katz, gestorben 1917, mit dem Symbol der segnenden Hände.
Diese Männer erteilten den Priestersegen in der Synagoge.
Rechts:
Hinweistafel für Besucher des jüdischen Friedhofs in Schenklensgfeld
Links:
Gedenkstein an die im Holocoust ermordeten jüdischen Einwohner von Schenklengsfeld. Errichtet am 8. November 1988 zum 50. Jahrestag des November-Pogroms von 1938
Rechts:
Mendel Löwenberg, gestorben 1919, war der Sohn von Auscher Löwenberg, dessen Haus in der Hersfelder Straße (1933 abgebrannt) in Schenklengsfeld "Auschers" genannt wurde.
Die jüdische Gemeinde Schenklengsfeld
Die ersten Judenfamilien sind wohl um das Jahr 1780 in Schenklengsfeld ansässig geworden. Vierzig Jahre später waren dann 13 Familien jüdischen Glaubens im Ort - mit einer Kopfzahl von 99 Personen. Einer der ersten Händler war Herz, Hermann. Da er mit Eisenwaren handelte, wurde er nur "Eisenherz" genannt. Ein Name, der auch auf seinen Nachfolger A & S Katz übertragen wurde. Weitere bekannte Juden waren Getreidehändler Löwenberg und die Pferdehändler Abraham und Weinberg.
Um 1840 zogen weitere Juden aus Erdmannrode, Mansbach und Rhina zu. Im Jahre 1892 wurde die Synagoge, die 100.000 Mark kostete von Heinrich Hermann aus Heimboldshausen gebaut. Die Bauausführung mit behauenen Sandsteinen brachte für den Unternehmer keinen Gewinn.
Bis zum Jahre 1909 bestand eine jüdische Gastwirtschaft mit Zigarrenfabrik. An ihrer Stelle steht heute der "Landecker Hof".
1902 baute die jüdische Gemeinde eine einklassige Schule und stellte einen jüdischen Lehrer ein. 1933 stellten die Juden mit 38 Familien auf 32 Grundstücken von insgesamt 176 Personen 108 Wahlberechtigte. Jeder 5. Einwohner Schenklengsfelds war Jude. In den ersten Jahren des Dritten Reiches haben sich insgesamt 129 Juden polizeilich abgemeldet.
Die anderen sind bei Nacht und Nebel in die Nachbarländer geflohen. Wie bekannt geworden ist, kamen der letzte jüdische Lehrer in Eschwege und erst in den letzten Kriegstagen am 18. März 1945 die beiden Familien Sally und Bernhard Löwenberg im KZ um.
(Quelle: Auszug aus dem Buch "Das Landecker Amt
im Kreise Hersfeld" von Peter Rosskopf 1964)
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