625 Jahre Wüstfeld

 

Wüstfeld im Wandel der Zeit

Die Ortschaft Wüstfeld liegt auf einer kleinen, freien Kuppe in 364 Meter Höhe im waldreichen nord-osthessischen Bergland. Es grenzt im Westen und Norden an den Hattenröder Wald, auch Buchwald genannt, sowie im Osten und Süden an die Felder der Gemarkung Konrode. Flüsse und größere Bäche sind hier auf der Anhöhe keine vorhanden. Die Beschaffung des notwendigen Trinkwassers konnte, wenn man von einigen kleineren Teichen absieht, nur mittels Tiefbrunnen sichergestellt werden. Die Böden, die südlich und nördlich direkt an die Ortschaft grenzen sind schwere, schwierig zu bearbeitende Tonböden, auch Minutenböden genannt, weil diese nur in einem kurzen Zeitraum zu optimalen Ackerböden vorbereitet werden können. Dagegen sind die weiter nördlich zum Wald wie auch südlich nach Konrode hin gelegenen Böden, sogenannte Lehmböden, die besten der Gemeinde.

Im Landecker Amt sind die Wüstfelder von alters her unter dem Spottnamen Trespenfresser bekannt. Die Trespe (lat. Bromus) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Süßgräser, welche auf kargen Böden wächst. Über mehrere Generationen war allerdings die Trespe in Vergessenheit geraten, bis sie am Ende des 20. Jh. wieder auftauchte und den Landwirten ein Ärgernis ist.
Wüstfeld bestand im Mittelalter zunächst nur aus einigen wenigen Gehöften, deren Bewohner Ackerbau und Viehzucht betrieben. Nach und nach siedelten sich weitere Familien an und der Ort wuchs zu einem Haufendorf mit heute knapp 300 Einwohnern. Wüstfeld gehörte seit jeher zum Amt Landeck mit dem Kernort Schenklengsfeld. 1388 wird es als Wustinfelde erstmals erwähnt, 1531 Wustfelt, 1585 Wustvelt, 1705 Wüestefelt und 1857 als Wüstefeld verzeichnet. Nach der 1818 erstellten Kataster-Vorbeschreibung liegt Wüstfeld eine halbe Stunde von Schenklengsfeld, zwei Stunden von Hersfeld und 16 Stunden von der Residenzstadt Cassel entfernt. Durch die am Ort vorbeiführenden alten Handels- und Heerstraßen „Kurze Hessen“ wie auch der „Via Regia“, kamen die Einwohner im Landecker Amt (meist schmerzvoll) mit den geschichtlichen Ereignissen in Berührung.

Quelle: Auszug aus der Wüstfelder Chronik von Roland Wenzel