„Berliner Geschichten“ in der Grundschule Landeck
Hans Karl Schmidt stimmt Schülerinnen und Schüler nachdenklich
So aufgeregt und innerlich aufgewühlt, hatten die Lehrerinnen, Ingeborg Reichl und Anja Wenzel, von der Grundschule Landeck, ihre Schülerinnen und Schüler bestimmt noch nicht gesehen.
Eigentlich wollte der allseits bekannte und beliebte Rundfunkmoderator Hans Karl Schmidt den Schülern der Klasse 4b nur einige Stücke aus seinem Buch „Berliner Geschichten“ vortragen. Geschichten aus seiner eigenen Schulzeit im Berlin der dreißiger und vierziger Jahre.
Bereits die ersten Geschichten, die von einer Mutprobe, einem Blinddarm und einem Zeugnis handelten, wurden gebannt verfolgt und regten die Schülerinnen und Schüler an, Fragen zu stellen. Sehr nachdenklich wurden sie, als es anschließend um den ersten Alarm, Bunker und Schüsse ging.
Ganz besonders nahe ging allen Anwesenden, die beiden Lehrerinnen eingeschlossen, die Geschichte von „Popels“ Vater. (Popel war der beste Freund von Hans Karl)
Quietschende Reifen, Gestapoleute stürmen eine Wohnung. Es geht alles sehr schnell. „Popels“ Vater ist Jude – und so wird die gesamte Familie verhaftet und auf einen wartenden Lastwagen verfrachtet. Erst viel später erfuhr Hans Karl, dass die ganze Familie, und mit ihr auch sein Freund „Popel“, umgebracht wurde.
Einige Schüler konnten nun die Tränen nicht mehr bremsen. Es wurde still im Klassenraum. Erst zögernd kehrte der Mut zu einigen Fragen zurück.
Nach aufschlussreichen Antworten und tröstenden Worten beendete Hans Karl Schmidt die Lesung und hinterließ einige sehr nachdenklich gewordene Schülerinnen und Schüler. |