Das Franzosenkreuz

 

 

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Das Franzosenkreuz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das sogenannte Franzosenkreuz in der Ortslage von Schenklengsfeld stand bis zum Abbruch des Hauses der Firma Heinrich Ley (bis 1935 A.&S. Katz) an der nördlichen Ecke des Grundstückes auf der heutigenm Kreuzung Landecker Straße / Friedewalder Straße und mußte den Prellstein für ankommende Fahrzeuge abgeben.

In den letzten Jahren war das Steinkreuz am Anfang der Friedewalder Straße selten zu sehen, weil es von Hecken überwuchert wurde. Mitglieder des Heimatvereins Landeck haben es nun freigeschnitten um es wieder sichtbar zu machen und um an die Bedeutung solcher Kleindenkmale zu erinnern.

Im topographischen "Handbuch zur rechtlichen Volkskunde" von Heinrich Riebeling (Titel: Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen, 1977) ist auf Seite 113 zu diesem Stein zu lesen: "Hier sollen französische Soldaten während des siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) oder in der Zeit des Königreichs Westphalen (König Jerome - Bruder Napoleon Bonapartes) begraben worden sein." Gelegentlich wird dieser Stein auch in Verbindung mit dem am Ortsrand an der Friedewalder Straße gelegenen Richtplatz gebracht.

Noch 1688 musste hier auf Anordnung der landgräflichen Regierung in Kassel ein neuer Galgen für das Amt Landeck errichtet werden. Ein Indiz dafür,dass zu dieser Zeit in unserem Ort noch die Hals- oder Blutgerichtbarkeit ausgeübt wurde. Schließlich wird auch die hier anschließende Gemarkung westlich der Strasse nach Hilmes das "Galgenholz" genannt.

Möglicherweise wurden die "Gerichteten" dort beerdigt und das Steinkreuz hat früher hier gestanden. Der Franzosenstein selbst enthält keine Inschrift, die uns Auskunft über seine Entstehung oder Bedeutung geben könnte.

Möglich ist auch, falls er tatsächlich von Anfang an hier gestanden haben sollte, dass er als ein sogenannter "Sühnestein" anzusehen ist. Dann wäre in der Nähe seines Standortes eine Bluttat verübt worden und der Stein musste zur Sühne oder als Sühnezeichen vom Täter hier aufgestellt werden.

Ob nun das Opfer oder gar der Täter Franzose war, ist leider nicht überliefert und lässt sich zur Zeit auch nicht anhand von alten Akten feststellen.

Auch wenn dieses Steinkreuz sein Geheimnis nicht ganz enthüllt, so erzählt es uns doch etwas aus der Vergangenheit des Ortes.

Autor: Karl Honikel

 

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